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Niedersächsische Küche

Spezialitäten aus Niedersachsen

Niedersachsen ist das zweitgrößte Bundesland Deutschlands und liegt im Norden des Landes. Nahezu jeder hat schon einmal Urlaub gemacht an der niedersächsischen Küste oder in der Lüneburger Heide. Doch kaum jemand weiß, woher der Name "Niedersachsen" eigentlich kommt. Er geht zurück auf das saterfriesische "Läichsaksen" und das plattdeutsche "Neddersassen", und neben dem Wappen fand er erstmals im 7. Jahrhundert Erwähnung.

Selbstverständlich ist Niedersachsen nicht nur für seine reizvollen Landschaften und herrlichen Naherholungsgebiete, sondern auch für die regionaltypische Küche weithin bekannt. Einflüsse aus verschiedenen norddeutschen Küchen und auch aus dem Ostfriesischen sind bis heute in den größtenteils sehr deftigen Gerichten deutlich zu schmecken.

Früher arbeitete ein großer Teil der Bevölkerung bei Wind und Wetter im Freien, daher mussten die Speisen nahrhaft und sättigend sein; daneben durften sie nicht viel kosten. es wurde verarbeitet, was Meer, Boden und Wälder hergaben. Dies hat sich bis heute prägend auf die Art des Kochens ausgewirkt.

Des Niedersachsen liebste Beilage ist und bleibt wohl die Kartoffel, vorzugsweise als Salzkartoffeln mit Petersilie oder Dill, gern aber auch als Pellkartoffel zu Fisch. Auch der Grünkohl - stellenweise als Braunkohl bezeichnet - ist von der Speisekarte nicht wegzudenken.

Es ist eine alte Sitte im Norden (teilweise sogar in Skandinavien), regelrechte Kohlfahrten und traditionelle Grünkohlessen mit Musik und Tanz zu veranstalten, sobald das Gemüse nach dem ersten Herbstfrost geerntet wurde. Dieses wird dann zu herzhaften Fleischgerichten wie Kassler, Pinkel oder Bregen serviert und - zur besseren Verdauung - häufig von einem klaren Schnaps begleitet. In manchen Landstrichen wird sogar ein Kohlkönig oder ein Königspaar gewählt, dessen Pflicht die Organisation des im kommenden Jahr stattfindenden Festes ist.

Neben dem Grünkohl findet auch ein anderes typisches Gemüse Verwendung in der niedersächsischen Küche - der Röhrkohl. Optisch vergleichbar mit dem Schnittlauch, wird er im Mai und Juni - ähnlich dem Spargel - gestochen und als recht salzhaltige Beilage zubereitet. Der heimisch angebaute Spargel aus der Lüneburger Heide oder von der Stader Geest ist zur Saison ebenfalls gern auf den Tellern gesehen.

Allein schon die geographische Lage Niedersachsen bietet sich zum Fischfang an, sodass regelmäßig Scholle, Makrele, Hering, Aal und Forelle - gebraten, gedünstet oder eingelegt - in Kombination mit Brat-, Pell- oder Dillkartoffeln auf dem Tisch stehen.

Wer Fisch nicht mag, kommt bei einer niedersächsischen Köchin dennoch auf seine Kosten. Verschiedene Kochwurstarten wie Pinkel, Bregen oder Knipp sind mittlerweile über die Landesgrenzen hinaus berühmt und beliebt. Beim Knipp handelt es sich um eine Grützwurst aus Schweinefleisch und Rinderleber (in der Lüneburger Heide wird auch gern Heidschnuckenfleisch verwendet), die üblicherweise in 30 cm langen Würsten zu haben ist und die man am besten gebraten mit süß-sauerem Kürbis, Apfelmus oder Roter Beete genießt. Früher galt Knipp als ausgesprochenens "Arme-Leute-Essen", heute hat sich das Gericht zur lokalen Spezialität gemausert.

Weitere Köstlichkeiten aus der Region sind der "Calenberger Pfannenschlag", die klassische "Braunschweiger Wurst" oder Pottwurst mit Sauerkraut. Außerdem gern zubereitet werden Speisen aus Wild und Wildgeflügel.

Vor jede ordentliche niedersächsische Mahlzeit gehört eine Suppe. Ob als kräftige Fleischbrühe, Röhrkohl- oder Steckrübeneintopf kommt sie wahlweise als Vorspeise oder Hauptgericht mit Schwarzbrot daher. Besonders beliebt in der kalten Jahreszeit ist ein Suppengericht aus Birnen, Bohnen und Speck.

Neben den typischen Butterkuchen und Butterplätzchen, die gern als Dessert oder zum Tee gereicht werden, findet man auf der Speisekarte häufig die "Welfenspeise". Diese süße Nascherei bekam ihren Namen vom Adelshaus der Welfen, deren Wappenfarben (Gelb und Weiß) sich in dem Dessert wiederfinden. Ein Koch aus Hannover soll sie erfunden und erstmalig zum 200jährigen Thronjubiläum serviert haben. Inhaltlich besteht sie Vanillemilchcreme und Eigelb-Weincreme, welche schichtweise in einem Glas angerichtet werden.

Echt niedersächsisch ist auch eine gemütliche Tasse Kaffee oder Tee mit Sahne und Kandis, bekannter allerdings sind die hier beheimateten Biere. Zwei Sorten - die Braunschweiger Mumme und die Goslaer Gose - werden schon seit dem Mittelalter gebraut.

Und bei einem so üppigen Angebot an wirklich herzhaften und gehaltvollen Speisen darf natürlich ein Schnäpschen nicht fehlen. Sehr bekannte Kräuter- oder Beerenliköre kommen aus Niedersachsen und werden neben Korn gern nach dem Essen gereicht. Mach ein Schnaps wie "Hannöversches Leinewasser", "Kruiden" oder "Lüttje Lage" hat es zur regionalen Spezialität gebracht, so auch der Sulinger "Bullenschluck", der mit seinen 43% vielleicht nicht jedermanns Sache ist, sich aber dennoch größter Beliebtheit erfreut.

Es gibt viel Leckeres zu entdecken in der Küche Niedersachsens! Und vielleicht verrät die Gastgeberin im nächsten Urlaub ja das ein oder andere Rezept.