Gewürze Teil 3
Gewürzlexikon Teil 3
Knoblauch (Allium sativum L.)
Auch der Knoblauch reiht sich in die ältesten Gewürze der Welt ein. Schon in der Bibel wurde das Gewürz erwähnt und im Mittelalter galt Knoblauch als wahres Allheilmittel. Aber man sagt im Allgemeinen, dass man Knoblauch liebt oder eben hasst, es gibt kein dazwischen. Grund dafür ist der scharfe, markante Geschmack des Gewürzes, der aber gemahlen vielmehr aromatisch schmeckt.
Herkunft und Vorkommen
Zentralasien wird als Herkunftsland des Knoblauchs bezeichnet, ist aber bereits seit der Zeit des Römischen Reiches ein Standardgewürz in Europa. Botanisch zählt der Knoblauch zum Zwiebelgewächs und herkömmlicherweise werden die einzelnen Zehen der Knolle zum Kochen verwendet
Verwendung in der Küche
Die Schärfe des frischen Knoblauchs lässt während des Kochens nach, kann aber – beispielsweise in der Bolognese - erst zum Schluss hinzugefügt werden, um eine leichte Schärfe zu erreichen. Knoblauch kann für viele Gerichte verwendet werden. Vor allem asiatische und südeuropäische Gerichte bekommen durch Knoblauch ihren charakteristischen Geschmack.
Heilwirkung des Knoblauchs
Das Gewürz besitzt eine antiseptische Wirkung, lindert Bronchialerkrankungen, wirkt appetitanregend und regt die Leber- sowie Gallenfunktion an.
Kümmel (Carum carvi L.)
Kümmel zählt zu den ältesten Gewürzen der Welt. Bereits in der Stein- und Bronzezeit wurden Speisereste mit Kümmel entdeckt und die Ägypter hielten das Gewürz für so wertvoll, dass es als Totengabe mit ins Grab gegeben wurde.
Herkunft und Vorkommen
Kümmel ist eine ein- bis zweijährige Pflanze, die zu der Familie der Doldengewächse zählt. Verwendet werden dabei die Früchte, die auch unter dem Begriff Kümmelsamen bekannter sind.
Ursprung des heute sehr beliebten Gewürzes liegt in Nordafrika, wo es aber bereits im 9. Jahrhundert nach Mitteleuropa exportiert wurde. Heute wird der Kümmel unter anderem in den Niederlanden, Deutschland, Polen und Ägypten angebaut.
Verwendung in der Küche
Das aromatisch-süßlich schmeckende Gewürz gehört in der süddeutschen und österreichischen Küche zum guten Ton. Kein Schweinsbraten käme ohne Kümmel aus. Aber er lässt nicht gerne jedes Gewürz neben sich gelten. Dennoch passt er hervorragend in Kombination mit Pfeffer und Knoblauch.
Heilkraft des Kümmels
Die verdauungsfördernde Wirkung des Kümmels entfaltet sich insbesondere beim Kochen. Er wirkt krampflösend und seine guten Eigenschaften bei Magenschmerzen sind seit Jahrhunderten bekannt und viel genutzt.
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Muskatnuss (Myristica fragrans Houtt.)
Der natürlich wachsende Muskatnussbaum wird bis zu hundert Jahre alt und trägt erst ab dem achten Jahr Früchte. Wächst er wild, dann erreicht er eine Höhe von bis zu 15 Metern, aber um die Früchte ernten zu können, werden die meisten kultivierten Muskatnussbäume auf eine Höhe von sechs Metern gehalten.
Vorkommen und Herkunft
Die Muskatnuss ist in dem Sinne eigentlich keine Nuss, sondern es wird der Kern der Frucht verwendet. Auch bei der Muskatblüte handelt sich nicht um die Blüte an sich, sondern um den getrockneten Sammelmantel. Herkunftsland der Muskatnuss sind die Banda-Inseln im Osten Indonesien. Erst im 12. Jahrhundert fand das würzig-schmeckende Gewürz seinen Weg nach Nordeuropa. Ob bereits im Altertum Muskatnuss in der europäischen Küche verwendet wurde, ist indes nicht belegt.
Muskatnuss in der Küche
Wer die Schärfe von Muskatnuss nicht ganz so mag, kann als Alternative auf die Muskatnussblüte zurückgreifen, die in der Regel gemahlen angeboten wird. Aber beide Gewürze finden großen Anklang in der westlichen Küche und haben ihren festen Platz in den verschiedensten Gerichten. Fleischbrühen, Suppen, Soßen, Hackfleisch, Blumenkohl und andere Gemüsesorten bekommen ihren typischen Geschmack durch das Würzen mit Muskatnuss.
Paprika (Capsicum annuum L.)
Paprika besitzt je nach Sorte unterschiedliche Farben und einen unterschiedlichen Geschmack. So muss das Gewürz nicht zwangsläufig immer scharf sein, sondern kann auch angenehm süß schmecken. Es gehört in der deutschen Küche zu den beliebtesten Gewürzen und findet sich in zahlreichen Gerichten wieder.
Herkunft und Vorkommen
Insgesamt gibt es 30 Paprikasorten. Hierzulande werden allerdings nur die Gemüse- und Gewürzpaprika angebaut. Erhältlich sind auch nicht alle Geschmackseinstufungen des Gewürzes in Europa. Gängigste Paprikaeinstufungen sind Rosenscharf mit sehr feuriger Schärfe, Delikatess-Paprika mit mildem Aroma und Edelsüß-Paprika mit milder Schärfe. Nach Europa gelang das Gewürz durch einen Arzt aus Sevilla, der auf der zweiten Entdeckungstour von Kolumbus das Gewürz nach Europa importierte. Ursprungsland indes ist Südamerika.
Paprika in der europäischen Küche
Gulasch und Chili Con Carne würden nicht ohne Paprika auskommen, aber auch für Quarkdips, Nudelsoßen und für Fisch eignet sich das Gewürz.
Heilwirkung von Paprika
Der hohe Vitamin C-Gehalt des Gewürzes wird sehr geschätzt. Außerdem wirkt Paprika verdauungsfördernd, wirkt bei Migräne und Schwächeanfälle.